Schreiben wie ein Profi
AufbauDabei kommt es zunächst einmal auf einen klaren Aufbau an. Liest man Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert, fühlt man sich beim Lesen oft an Schulaufsätze oder Kurzgeschichten erinnert. Wichtige Informationen waren in der Mitte der Artikel zwischen detaillierten Orts- oder Personenbeschreibungen versteckt. Heute haben Journalisten einen anderen Standard. Die meisten Texte basieren in der Regel auf aktuellen Geschehnissen, so genannten Nachrichten. Über diese will sich der Leser schnell informieren. An dieses Bedürfnis angelehnt ist der Aufbau eines Artikels. Das Neue und Besondere zuerstEr beginnt mit der Überschrift und eventuell einer Unterzeile. Danach kommt ein Texteinstieg, der den Leser in zwei, drei Zeilen zum Thema führt, ohne die Nachricht vorwegzunehmen. Das kann ein Zitat sein, eine Anekdote oder eine historische Einbettung, Hauptsache es ist nicht langweilig.
Schnelle InformationVerrät uns das „Lead“, dass sich zum Beispiel „die Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen gestern im deutschen Ostseebad Heiligendamm zum G8-Gipfel zusammengekommen sind, um drei Tage lang dringende Fragen der Weltpolitik zu besprechen“, gibt der nächste Absatz diesem Skelett das Fleisch. Welche acht Länder? Wie heißen die Politiker? Was sind die Themen? Was passiert sonst noch in den drei Tagen? Mit diesen beiden Absätzen ist die „Nachricht“ komplett. Ergänzt der Autor nun weitere Absätze wird die Nachricht zum „Bericht“. Bericht und Reportage
Weit weniger formal darf ein Text geschrieben sein, wenn es eine Reportage ist. Hier geht es weniger um das schnelle Abhandeln von Basisinformationen, als vielmehr um Lebendigkeit, die Menschen vor Ort, emotionale Einblicke und Lesespaß. Für eine Reportage muss der Autor (mit-)erlebt haben, worüber er schreibt und sollte ein wenig literarisches Geschick mitbringen. Regeln gibt es nicht, ebenso wenig wie bei der Schriftstellerei. Verständlichkeit regiertGrundsätzlich gilt für alle journalistischen Textformen: die Schriftsprache sollte sich nicht allzu sehr vom gesprochenen Wort unterscheiden. Rechtschreibung und korrekter Satzbau sind ebenso unerlässlich, wie „Kanak Sprak“ und Akademikersprache tabu sind. Ein guter journalistischer Text soll allgemein verständlich und leicht lesbar sein. Wer ein paar allgemeine Stilregeln befolgt, kommt diesem Ziel schnell näher:
Ausführliche Beschreibungen journalistischer Darstellungsformen und entsprechender „Schreibe“ geben Walther von LaRoche: „Einführung in den praktischen Journalismus“ oder „Deutsch für Profis“ des ehemaligen Leiters der Hamburger Journalistenschule, Wolf Schneider. Weitere Buchtipps findet sich unter www.journalistische-praxis oder bei der Jugendpresse oder schuelerzeitung.de, dort werden auch Seminare und Workshops angeboten. Boris Loheide Und wer das Schreiben selbst ausprobieren möchte, kann gerne der Cafeterra-Redaktion Vorschläge für Artikel per E-Mail schicken: ctinfo@cafeterra.de Bildnachweise: © RainerSturm, pixel-vun,hofschlaeger / www.pixelio.de |
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