Soziales Engagement – wozu und für wen?
Das Wort Engagement kommt aus dem Französischen (engager) und bedeutet: sich einsetzen, sich verpflichten. Du kannst dich beispielsweise in deiner Schule in der Schülermitverwaltung für eure Rechte einsetzen, im Job engagieren, für deine Freunde und Familie, aber auch – und das meinen wir an dieser Stelle – auf sozialer (also: gesellschaftlicher) Ebene. Unter sozialem Engagement versteht man den persönlichen Einsatz eines Menschen für andere. Man kann sich für Mitmenschen, aber auch für Tiere oder die Natur engagieren.
Viele Menschen und Tiere benötigen die Hilfe anderer – zum Überleben, oder um einfach nur besser und glücklicher leben zu können. Ohne soziales Engagement würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Wenn du Zeit und Lust hast, dich sozial zu engagieren, findest du in der unten aufgeführten Liste eine Reihe von Organisationen, die unterschiedliche Möglichkeiten zur Mitarbeit bieten.
Dein Taschengeld kannst du mit solchen Jobs nicht aufbessern, da es sich um eine ehrenamtliche, unbezahlte Tätigkeit handelt. Dafür macht es Spaß mit anderen Menschen zu arbeiten, zu helfen oder eigene Ideen umzusetzen. Du sammelst so ganz nebenbei wichtige Erfahrungen, lernst wie man etwas organisiert, wie Aktionen deinem Anliegen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bringen und vieles mehr.
Viele Einrichtungen stellen dir außerdem gerne eine Bescheinigung über deine ehrenamtliche Arbeit aus – das kann bei einer Bewerbung hilfreich sein. Denn auch Personalchefs wissen: wer sozial engagiert ist, ist dies meist auch im Job. Und für ein Auslands-Schuljahr oder ein Schülerstipendium ist es sogar fast Voraussetzung.
Ich würd’ ja gern was tun – aber was und mit wem?
Such dir zunächst eine Zielgruppe aus: für wen möchtest du etwas tun? Möchtest du mit Menschen oder mit Tieren arbeiten, oder willst du dich im Umweltschutz oder in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren? Soll das Ganze im Inland oder im Ausland stattfinden? Wie viel Zeit hast du realistisch übrig und wie viel deiner freien Zeit willst du investieren?
Je nachdem, wie du diese Fragen für dich beantwortest, kommen unterschiedliche Organsiationen für dich in Frage. Die größten Träger sozialer Einrichtungen sind die Städte, die Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Entscheidest du dich für eine Einrichtung einer Religionsgemeinschaft, musst du damit rechnen, dass ein gewisses Maß an Verbundenheit, oft „religiöses Selbstverständnis“ genannt, vorausgesetzt wird. Bei einem staatlichen Träger ist es egal, an wen oder was, oder ob du überhaupt etwas glaubst. Natürlich kann man sich auch in einem Verein oder einem Organisation engagieren, beispielsweise im Bereich Umwelt- und Tierschutz, Sport oder Menschenrechte. Hier ein paar Beispiele.
Organisationen für Menschenrechte, Umwelt & Artenschutz
Amnesty International (AI) ist eine Menschenrechtsorganisation, die es seit Anfang der sechziger Jahre gibt. AI recherchiert Menschrechtsverletzungen auf der ganzen Welt und betreibt eine außergewöhnliche Öffentlichkeitsarbeit: zum Beispiel wird mit Unterschriftenaktionen gegen Menschenrechtsverletzungen, Folter und Todesstrafe protestiert. Amnesty International hat seinen mit Hauptsitz in London und weltweit rund 2 Millionen Mitglieder. In den Jugendgruppen von Amnesty International engagieren sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren. Mehr über die Aktivitäten von Jugendlichen bei Amnesty findest du unter: www.amnesty-jugend.de.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) besteht seit Mitte der 70er Jahre und macht auf Missstände im Umweltschutz aufmerksam. Mit einer halben Million Mitgliedern ist er einer der größten Umweltschutzverbände. Bei BUNDjugend leisten Jugendliche mit Aktionen und Projekten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Natur. Mehr zur BUND-Jugend unter: www.bundjugend.de.
Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat seit 1995 einen Bereich für Jugendliche: In den örtlichen Jugend-Arbeitsgemeinschaften engagieren sich Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren für den Umweltschutz. Greenpeace selbst gibt es seit Anfang der 70er Jahre. Gegründet in Kanada, ist die Organisation aufgrund ihrer Aufsehen erregenden Aktionen gegen den Walfang und Kampagnen gegen Überfischung oder Atomkraft weltweit bekannt. Den Jugendbereich von Greenpeace findest du unter: www.greenpeace-jugend.de.
Der Deutsche Tierschutzbund wurde bereits im Jahr 1881 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen und ihre natürlichen Lebensräume zu schützen. Er ist außerdem die Dachorganisation etlicher Tierheime und Tierschutzvereine in Deutschland. Die offizielle Seite des Deutschen Tierschutzbundes findest du unter: www.tierschutzbund.de. Unter www.jugendtierschutz.de findest du das Jugendportal des Tierschutzbundes mit spannenden Infos rund ums Thema Tier.
Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)
Das Freiwillige Soziale Jahr bietet dir im Anschluss an deine Schulzeit die Möglichkeit, dich mehrere Monate lang – mit Bezahlung – in sozialen Bereichen zu engagieren und in soziale Berufe hinein zu schnuppern. Seit Juni 2002 wird das FSJ auch als Wehrersatzdienst anerkannt, ebenso als Praktikum für Ausbildung und Studium. Übrigens auch als Wartesemester! In der Regel verpflichtest du dich für zwölf Monate. Möglich sind aber auch sechs Monate.
Der Einsatz beginnt in der Regel zum 1. August oder am 1.September. Die Arbeitszeit richtet sich nach der Einsatzstelle. Das FSJ ist ein Vollzeitjob.
Die Höhe der Vergütung („Taschengeld“, Fahrtkostenerstattung) variiert stark von Träger zu Träger, und teilweise auch zwischen den Einsatzstellen beim selben Träger. Unterkunft und Verpflegung werden dir in der Regel nicht gestellt. Darüber hinaus steht dir während der Dauer dein Kindergeld zu.
Diese „Zusatzausbildung“ ist vor allem dann sinnvoll, wenn du später mal einen Beruf ergreifen möchtest, in dem du mit Menschen arbeitest. Weitere Infos und wichtige Hinweise darüber findest du unter: www.pro-fsj.de.
Ehrenamt vor deiner Haustür?
Du kannst ein Engagement auch ganz niederschwellig angehen. Schau dich einfach mal um, wer in deiner Nähe Hilfe braucht! Das kann ein Tierheim sein, der Turnverein oder die Gemeinde, die noch Betreuer und Betreuerinnen für die Kinderfreizeit sucht. Vielleicht kannst du regelmäßig mit dem Hund deiner Nachbarin spazieren gehen, weil sie es nicht schafft, vielleicht gibt es einen älteren Herrn bei euch im Haus, dem du beim Einkauf helfen kannst, oder du sittest die Kinder von Freunden deiner Eltern.
Ehrenamt hat viele Gesichter und es gibt viel zu tun. Achte aber bitte darauf, dass man dich nicht ausnutzt! Ein Ehrenamt muss Spaß machen und gut betreut werden. Deine anderen Aktivitäten, wie Sport, Schule oder Freunde, dürfen nicht unter dem sozialen Engagement für andere leiden. Falls du dir bei einer Tätigkeit unsicher bist, dann setze dich mit einer der örtlichen Ehrenamtsagenturen in Verbindung. Sie können dir Rat auf fast alle Fragen geben. Du findest sie im Internet unter den Stichworten „Ehrenamtsagentur“ oder „Freiwilligenagentur“. Oder frag die Cafeterra-Deejays um Rat. Sie helfen dir gerne!
von Katja Schultz
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