Wie schreibe ich eine Filmkritik?
Worüber schreibe ich?Zuerst sollte man sich überlegen, welchen Film man bespricht und ob man wirklich als Rezensent geeignet ist. Mag man z.B. keinen Kinderfilm, so ist man ungeeignet solche Filme zu beurteilen. Bei der Besprechung eines Films, sollte man sich in die Zielgruppe hineindenken. Man muss sich fragen, ob der Film funktioniert, und ob er seinem Publikum das bietet, was es erwartet. Auch als Fan muss man seine Meinung zu einem favorisierten Film vorsichtig überdenken, um nicht in kritiklose Verehrung zu verfallen. Für wen schreibe ich?Ähnlich wie jeder Film ein bestimmtes Publikum anspricht, so hat auch jede Internet-Plattform und jede Zeitschrift ihre Zielgruppe. Man sollte sich im nächsten Schritt überlegen, für wen man Filmbesprechung schreibt. Will man vornehmlich junge Leser ansprechen? Ist das Publikum eher am Unterhaltungswert des Films interessiert? Oder möchte es lieber mehr über Subtexte des Werks – also alles was erst auf den zweiten Blick sichtbar wird – wissen? Was man wissen sollteKenntnisse in Filmgeschichte, Filmtechnik und Filmgenre sind für einen Kritiken-Schreiber empfehlenswert. Der Umgang mit der Fachsprache zeigt, dass man Ahnung von der Materie hat. Das sollte nicht in einem Übermaß an Fachbegriffen enden, doch z.B. technische Begriffe wie „Einstellung“ oder „Kamerafahrt“ muss man als Rezensent kennen. Es empfiehlt sich immer eine kurze Recherche zu dem Film zu machen. Hier stößt man oft auf Details zur Entstehungsgeschichte, Hintergrundinformationen zum Filminhalt, Statements der Macher oder bei älteren Filmen, wie der Film vom Publikum aufgenommen wurde. Diese Informationen kann man gut in der Besprechung verwenden.
Keine Nacherzählung – nichts verratenDer Leser einer Filmkritik möchte wissen, wie ein Film ist, nicht was darin passiert. Von daher gilt: Nacherzählungen sind keine Filmkritik! Wenn man es für interessant und wichtig hält, kann man eine kurze Inhaltsangabe machen. Doch diese Zusammenfassung sollte nicht den Löwenanteil der Kritik ausmachen. Ganz wichtig: Niemals überraschende Wendungen der Geschichte vorwegnehmen. Das verärgert den Leser! Sollte man tatsächlich über solche “plot twists” (unerwartete Entwicklungen) sprechen, dann sollten sie so umschrieben werden, dass nur der Zuschauer, der den Film kennt, versteht worum es geht. Mindestens weist man im Text darauf hin, dass man etwas Grundlegendes verrät. Gute Kritik – schlechte KritikEine gute Filmkritik zeichnet sich vor allem durch eine stimmige Argumentation aus. Als Rezensent muss man im Text erklären, warum ein Film gut oder schlecht ist bzw. ob er “funktioniert”, glaubwürdig ist oder nicht. Aber: nicht alle Qualitäten eines Films sind messbar. Humor zum Beispiel hängt von der persönlichen Betrachtung ab: Was für den einen lustig ist, muss nicht zwangsweise für jeden witzig sein. Hintergrundwissen hilftWissen über die Technik des Erzählens oder das Filmgenre hilft beim Schreiben einer Filmkritik. Man kann besser argumentieren, warum ein Film gefällt und funktioniert. Auch hier gilt: Eine objektive Wahrheit gibt es nicht. Jeder Rezensent kann einen Film so sehen, wie er möchte – selbst wenn es sich dabei um einen Klassiker handelt. Aus der Kritik muss erkenntlich sein, warum man diese oder jene Meinung vertritt, warum man vielleicht gegen den Strom der allgemeinen Meinung schwimmt. Hasstiraden oder Lobreden ohne Erklärung hinterlassen einen schlechten Eindruck beim Leser. Jede Filmkritik ist persönlich, deshalb sollte man das Wort „ich“ möglichst vermeiden. Sätze mit „ich denke“ oder „ich meine“ sollte man ganz weglassen. Kritik ist immer die Ausformulierung einer Meinung. Der Verweis auf eigene Eindrücke untergräbt die Argumentation nur und drückt Unsicherheit aus. Nicht krampfhaft komischEine witzig geschriebene Filmkritik ist angenehm zu lesen. Eine gewollt witzige Filmkritik dagegen ist eine Qual. Falls sich Satire oder Wortspiele anbieten, sollte man sie nutzen, aber alle Albereien unterlassen: Der Leser merkt sofort, dass dies nur gestellt klingt. Empfehlenswert ist es einen Ansatz zu finden unter dem man einen Film betrachtet: Was für einen Wert hat er im Gesamtwerk des Regisseurs? Werden aktuellen Trends bedient? Was ist so besonders daran? Falls man einen Ansatz wählt, sollte man diesen natürlich bis zum Ende durchhalten und nicht inmitten der Filmkritik das Thema wechseln.
Kritik und SelbstkritikMit dem Aufschreiben ist die Filmkritik noch nicht ganz fertig: Mehrmaliges Korrekturlesen ist Pflicht! Rechtschreibfehler und falsche Grammatik fallen einem beim Schreiben oft nicht auf. Erst beim nochmaligen Lesen findet man die Fehler. Beim wiederholten Lesen kann man auch noch mal an Stil und Sätzen feilen. Holprig Sätze und Wörter werden gegen bessere austauschen, zusätzlicher Wortwitz eingebaut usw. Bei einem privaten Blog fallen fehlerhafte Kritiken oder langweilige Texte nur auf einen selber zurück Beim Schreiben für ein Magazin steht man hingegen als Autor auch für dessen Ruf ein. Von Nils Bothmann 10 Kommentare zu Wie schreibe ich eine Filmkritik? |
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danke das es diese seite gibt
hab viel gelernt
Danke,ich hab ne Filmkritik als hausaufgabe auf!
Ich hatte nicht gewusst was man da alles beachten muss
coole seite
Danke:) Ohne die Seite wär ich mit meinen Hausaufgaben nicht weit gekommen:) Wirklich hilfreich:)
Diese Seite ist wirklich gut gemacht, danke! In sämtlichen Deutschbüchern in meinem Schrank hab ich nichts gefunden, aber das hier war wirklich lesenswert!
saustark! muss unter anderem ne filmkritik für meine abi-zulassung schreiben!
TOP
Richig hilfreich
ich find sie nicht so hilfreich weiss keinen ansatz
hat wer lust eine filmkritik über das arfuem zu schreiben so hätte ich ein beispiel
ich meinte das parfuem, das parfuem ist zwar nicht meine hausaufgabe, sondern der vorleser aber eine filmkritik über das parfuem wäre auch ganz toll . so könnte man ideen sammeln :D
“Holprig Sätze und Wörter werden gegen bessere austauschen, zusätzlicher Wortwitz eingebaut usw. Bei einem privaten Blog fallen fehlerhafte Kritiken oder langweilige Texte nur auf einen selber zurück Beim Schreiben für ein Magazin steht man hingegen als Autor auch für dessen Ruf ein.”
Diesen Part würde ich vielleicht noch einmal Korrekturlesen. ;)
Ansonsten guter Text, danke für die Tipps!